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KUTIN / KINDLINGER / KUBISCH - DECOMPOSITION I - III

double LP incl. photoprints


Limited Special Edition

Digital & Vinyl (12'', 140g)

Releasedate : 01.06.2015

Photography : UMZ

Artwork : Silvia Druml

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DECOMPOSITION I - III

'Höre die Formen des Dunkeln'

'Decomposition – I - III' macht klangliche Realitäten und Ebenen erfahrbar, die sich unserer Wahrnehmung für gewöhnlich verschließen. Dabei führt das von Peter Kutin in Zusammenarbeit mit Florian Kindlinger konzipierte Werk durch drei dem Menschen feindlich gesinnte Gebiete. Nach den Themen Absence (desert sound, 2012) und Introspection (E#, 2013) wird mit Illusion (leave your illusion, 2015) ein mehrjähriger Arbeitszyklus in Form einer Trilogie als Tonträger veröffentlicht. Die Live-Umsetzung, welche Licht, Klang und Film miteinander kombiniert und daher eine ganz eigene Form der Aufführungspraxis erschafft, fand 2015 beim renommierten Donaufestival in Krems ihre Premiere.

Auf der vorliegenden Doppel-LP entfalten sich akustische Parabeln, die den Zuhörer auf sich selbst zurückwerfen. Es beginnt puristisch mit Aufnahmen aus der Atacama, der trockensten aller Wüsten. 'Absence', ein menschenleeres Stück abstrakter Musik erstreckt sich eindringlich, dunkel und bizarr über zwei Plattenseiten, bis es sich nach einem brachialen Noise-Inferno aus dem Innenraum eines modernen Teleskops während dessen Kalibrierung in der Brandung des Pazifischen Ozeans auflöst. Dazwischen tut sich sonst Unerhörtes: da knacken Salzkristalle beim Sonnenuntergang, nagt die Erosion an den ehemaligen Minendörfern, da spielt die Natur mit vom Menschen Zurückgelassenem und der Wind bläst durch vereinsamte Friedhöfe. 'Absence' trägt eine eigene Stimmung, die sich vielleicht mit Ruinenmusik bezeichnen lässt. Der Klang innerhalb eines Stahlseils etwa, das sich im Wind dehnt, klingt wie der Soundtrack aus einem SciFi-Film. Kutin und Kindlinger legen Wert auf einen strengen dokumentarischen Ansatz: Die Aufnahmen sind allesamt unbearbeitet, roh, unverfälscht und so facettenreich, dass die Klangqualität und die Räume, die dadurch eröffnet werden, für sich sprechen. Die Trilogie lässt das vermeintlich zutreffende Genre 'field-recordings' hinter sich und bietet eine gänzlich neue Erfahrungsebene von Feldaufnahmen: zu radikal und unbarmherzig, befremdlich und aggressiv entfalten sich hier die Klänge, deren dramaturgische Anordnung eine bizarre Narration erzeugt, die dabei stets Poesie versprüht.

Im zweiten Teil 'Introspection' werden nach gewaltigen Schritten im Schnee die Resonanzen einer Gletscherspalte Stück für Stück hörbar gemacht – eine Hommage an Alvin Lucier und dessen Konzept von 'I am sitting in a room'. Ein sogartiges Stück, in dem eine Bedrohlichkeit, die über dem tranceartigen akustischen Zustand schwebt, nicht weichen will, genauso, wie der immer wiederkehrende Tropfen, der in eine Aluminiumflasche fällt.

Den Abschluss bildet der Teil 'Illusion', der zusammen mit der deutschen Komponistin Christina Kubisch in Las Vegas aufgenommen wurde. Raumlos und direkt ertönt die Stadt als eine Art Synthesizer in opulenter und orchestraler Manier. Auch hier bleibt der Zusammenhang bei aller Fülle stets dem dokumentarischen Ansatz treu: Las Vegas wird als Klangquelle für elektromagnetische Signale angesehen, welche vor Ort von Kubisch gesammelt und dann von Peter Kutin in dessen Studio ohne weitere klangliche Transformationen zum vorliegenden Stück arrangiert wurden. Strommusik, die irgendwo zwischen Edgar Varese, Ben Frost und Pan Sonic angesiedelt sein könnte. Immer wieder mischen sich originale Klänge aus den Casinos unter die elektromagnetische Hülle und geben Kunde von realen, akustischen Begebenheiten. Mit 'Illusion' kehrt die Platte aber auch wieder zu ihrem Ausgangspunkt, der Wüste, zurück. Las Vegas wurde vor knapp hundert Jahren mitten in Nevadas karge Wüstenlandschaft gepflanzt und brachte neben legalem Glückspiel vor allem eines in die Dunkelheit der Wüste: Strom und Licht. 'They left their lives to make the desert bloom' wurde in ein Monument am Hoover Dam (der die Stadt bis heute mit Strom versorgt) eingraviert. Dieses Blühen ist das Licht, dem die Stadt huldigt wie kaum ein anderer Ort. Licht wird hier hörbar gemacht. Von den Wüstenklängen aus 'Absence' ist nichts mehr übrig.
Das hier vorliegende Werk stützt sich nie auf die Dokumentation von Spektakulärem oder Sensationellem. Hier sind es jeglicher Sensation entzogene Sujets, die einzig durch ihre Klangqualität und die präzise kompositorische Dramaturgie einen Sog entfalten. Das Konzept schwächt den Sound nicht ab. Und dieser Sog ist es auch, der die Arbeiten so markant macht.

Kutin und Kindlinger überbrücken mit ihren akustischen Arbeiten Genregräben: Einzelne Stücke aus oder die gesamte Trilogie wurde bei div. int. Festival gezeigt :
- Edinburgh Film Festival 2015 / Edinburgh
- Donaufestival / Krems
- 25fps Filmfestival 2014 / Zagreb
- Diagonale Filmfestival 2015 / Graz
- Schwindel der Wirklichkeit, Akademie der Künste / Berlin
- PIAS Awards 2013 / Honorary Mention
- Tsonami Festival 2015 / Chile
- Jury Nomination for the Golden Nica 2015
- Ausland / Berlin
- NK / Berlin
uvm...


DIe Produktion der vorliegenden LP erhielt Unterstützung durch den SKE Fonds
Die einzelnen Teile der Trilogie erhielten Unterstützung seitens des BKA, Kultur Land Steiermark, Salzburg & Wien, sowie dem SKE Fonds

DECOMPOSITION I -
ABSENCE

DECOMPOSITION II -
INTROSPECTION

DECOMPOSITION III -
ILLUSION

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Desert Sound Video (Decomposition I)

about the cinematic version:

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